Inspire me!

Zivilcourage

In der Klasse meines Sohnes taucht ein Phänomen an der Oberfläche auf, dass so alt ist, wie die Menschheit selbst: Feigheit!

Freundlicher ausgedrückt, könnte man es mangelnde Zivilcourage nennen. Diese mangelnde Zivilcourage wirkt viral von der Lehrerschaft über die Elternhäuser hinein in die Kinder und Jugendlichen. Es ist ein feiges Wegsehen, wenn sich Gewalt im Klassenzimmer ausbreitet. In den Medien wird regelmäßig über jugendliche Amokläufer und Gewalttäter berichtet. Die emotionale Gewalt, die in den Klassenzimmern hinter verschlossener Tür stattfinden, ist ein Thema, dass vielen zu groß, zu heiß, zu vage, zu unbequem ist. Lehrer, die Schüler mit herabsetzenden Bemerkungen, mit vernichtenden Blicken, mit Bloßstellungen und impulsiven Leistungsansprüchen emotional in die Mangel nehmen.

Schüler schauen zu und weg, wenn Mitschüler „Mode“ sind. Viele empfinden schon gar nicht mehr, dass neben ihnen Unrecht geschieht. in der Elternversammlung distanzieren sich Eltern von den Hilferufen von Schülern und anderen Eltern. ‚Nicht mein Problem!‘, ‚Unser Kind hat kein Problem mit diesem Lehrer!‘, ‚Wir wissen nicht wirklich, ob das stimmt. Kinder erzählen ja viel, wenn der Tag lang ist!‘ – Nein, das tun sie eben nicht. Wer Kinder hat, weiß, dass diese möglichst ihre Türen hinter sich zu machen und Schilder mit „Danger! Sperrgebiet“ aufhängen. Wenn Kinder mehrmals von ungerechten Lehrern erzählen, wenn sie morgens Bauchschmerzen haben oder abends mit Kopfschmerzen nach Hause kommen, wenn sie das Gespräch suchen – vielleicht nur vage und zögerlich – dann hör genau hin. Dann öffne Dein Herz! Vielleicht ist es nicht Dein Kind, welches Hilfe braucht. Fühl Dich trotzdem verantwortlich: Zeig Zivilcourage und setze Dich und Deine Kraft und Deinen Mut ein, um einen anderen Menschen willen und! um Deinetwillen.

Ulrike Johansen

„…Ich glaube, dass der Zweck des Lebens darin besteht, glücklich zu sein. Von Geburt an wünscht sich jeder Mensch Glück und  keiner will leiden. Weder soziale Konditionierung, noch Bildung oder Ideologie beeinflussen dies.

Aus dem Innersten unseres Wesens heraus wünschen wir einfach Zufriedenheit. Ich weiß nicht, ob das Universum mit seinen unzähligen Galaxien, Sternen und Planeten eine tiefere Bedeutung hat oder nicht, aber zumindest ist es klar, dass wir Menschen, die auf dieser Erde leben, die Aufgabe haben, für uns selbst ein glückliches Leben zu führen. Daher ist es wichtig herauszufinden, was das größte Glück bewirkt.

In meiner eigenen begrenzten Erfahrung habe ich herausgefunden, entsteht das größte Maß an innerer Ruhe durch die Entwicklung von Liebe und Mitgefühl.

Je mehr wir uns um das Glück anderer kümmern, desto größer wird unser eigenes Wohlbefinden. Indem wir in uns warmherzige und menschlich nahe Gefühle kultivieren, beruhigt dies automatisch den Geist. Dies hilft, unsere Ängste oder Unsicherheiten zu beseitigen und gibt uns die Kraft, mit Hindernissen umzugehen. Es ist die ultimative Quelle des Erfolgs im Leben.

Solange wir in dieser Welt leben, werden wir auf Probleme stoßen. Wenn wir in solchen Zeiten die Hoffnung verlieren und entmutigt werden, verringern wir unsere Fähigkeit, Schwierigkeiten zu begegnen. Wenn wir uns andererseits daran erinnern, dass nicht nur wir selbst, sondern jeder, der Leiden erleiden muss, dazu beiträgt, dass unsere Entschlossenheit und Fähigkeit, Probleme zu überwinden wächst, dann kann jedes neue Hindernis als eine weitere wertvolle Gelegenheit zur Verbesserung unseres Geistes betrachtet werden!…

…Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr, der Planet braucht dringend, Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten.
Er braucht Menschen, die gut an in ihren Plätzen leben; Menschen mit Zivilcourage, bereit, sich dafür einzusetzen, die Welt lebenswert und menschlich zu gestalten.
Diese Qualitäten haben wenig mit der Art Erfolg zu tun, die in unseren Kulturen verbreitet ist.”

(Quelle: Tenzin Gyatso; The Fourteenth Dalai Lama    www.dalailama.com )

 

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