ganz persönlich

WEIßT DU, WER DU WIRKLICH BIST ?

Rostock, den 31.08.2018

Die letzten 9 Monate hatte ich das Privileg, so ziemlich die ganze, mir zur Verfügung stehende Zeit dieser Frage zu widmen. Natürlich war das nicht die erste Frage, die ich mir stellte, als ich ab dem 1. Januar diesen Jahres nicht mehr morgens aufstand, um zur Arbeit zu gehen.
Ich hatte mir selber eine Auszeit verordnet, nachdem ich mir endlich eingestehen konnte, dass ich alle Symptome eines ausgewachsenen Burn-Out’s aufwies.
Ich war physisch, psychisch und auch spirituell an einem Endpunkt angekommen und vor mir tat sich ein Abgrund auf.
Was für mich keine Option war, war der Weg zurück ins Alte. Also, wie sollte es weitergehen?

Mein Weg hat natürlich nicht erst im Januar angefangen. Ich wußte schon als Kind, dass das, was mir als Wahrheit verkauft wurde, nicht die Wahrheit sein konnte.
Ich musste aber erst all die Dinge erleben, die zum menschlichen Erfahrungsschatz des Aufwachsens gehören, bevor meine innere Stimme so laut wurde, dass ich mich wieder an sie und an meine Fragen erinnerte.
Ich wurde 1968 in etwas unkonventionelle Verhältnisse geboren, durchlief Kinderkrippe, Kindergarten und ging dann zur Schule, lernte, rebellierte, studierte, entdeckte die Abenteuer der Liebe in verschiedenen Beziehungen und wurde Mutter.
Der Rote Faden, der sich durch meine Leben zog, bestand aus drei Strängen: aus der Liebe zu den Menschen und ihrem Heilsein, aus der Liebe zur Natur und vor allem zur Pflanzenwelt & aus der Liebe zum Lernen, Lehren & Schreiben. Unbewusst folgte ich diesem Roten Faden durch die verschiedenen Lebensabschnitte. Ich wurde Lehrerin, dann Apothekerin, machte die Heilpraktikerausbildung, beschäftigte mich mit Heilpflanzen und Pfanzenmystik und auch mit dem Gärtnern, erforschte komplementäre Heilmethoden und wendete sie an. Ich folgte fasziniert den Zusammenhängen zwischen Kosmos, Natur, der menschlichen Psyche und unserer Physis.
Ich spürte, dass alles miteinander zusammenhing und ich wollte unbedingt das verbindende Muster hinter allem finden.

Als mein zweiter Sohn kurz nach seiner Geburt an einem schweren Hautproblem erkrankte, führte mich die Suche nach Heilung für ihn auf einen Wegabschnitt, der sich nicht mehr mit traumwandlerischer Sicherheit gehen ließ. Er war gefährlich, herausfordernd, schwindelerregend und ohne Geländer.
Mein bisheriger Weg, der zwar zwischendrin auch steinig war, aber im Großen und Ganzen gemächlich nach oben verlief, wurde auf einmal zu einem schmalen Pfad, der kaum mehr einsehbar war und oft genug im Nebel verschwand.
Aus meinem selbstverständlichen Dahinwandern, wurde ein Ertasten, ein Zweifeln und ein zögerliches Weitergehen. Alles, dessen ich mir so sicher war, verschwand als Halt und wurde brüchig.

In Amerika sagt man manchmal, dass man einen „cosmic 2×4“ bekommen hat.  Das bedeutet in etwa,  „einen kosmischen Schlag auf den Hinterkopf zu bekommen“. Erst flüstert einem das Universum einen Hinweis ins Ohr, dann tippt es nachdrücklich auf die Schulter und wenn man dann immer noch nicht reagiert, dann kommt oft ein harter Schlag, der einen zum Aufwachen zwingt.
Es handelt sich dabei um eine drastische und radikale Lebenserfahrung, die alles aufrüttelt, was man so unter den Teppich gekehrt hat. Das bisherige Leben wird aus den Angeln gehoben und es bleibt einem nicht anderes übrig, als sich all den auftauchenden Schwierigkeiten zu stellen, das Chaos aufzuräumen und einer neuen, inneren Ordnung Einlaß zu gewähren.
Die Schwierigkeit besteht darin, dass man nicht kontrollieren kann, wie diese neue, innere Ordnung aussehen wird.
Es gibt also eine Menge zu tun, eine Menge zu unterlassen und das Ergebnis ist ungewiss.
14 Jahre habe ich den Atem angehalten, um die Angst vorm Abstürzen in Schach zu halten.
Und jetzt also stand ich vor diesem Abgrund…
Und er war nicht das Ende.
Er war der Anfang….

Vielleicht kennst Du das Gefühl. Vielleicht hast auch Du einen „cosmic 2×4“ erfahren.  Vielleicht bist auch Du gerade jetzt in Deinem Leben an diesem Punkt, wo alle Ausflüchte und Ausreden aufgebraucht sind, wo alle Deine Vermeidungsstrategien Dich doch nur immer wieder an diesen Punkt zurückbringen, wo Essen nicht mehr hilft oder der Rotwein oder Sex, wo die Gespräche mit anderen nur noch kurzen Trost spenden, wo Du das Gefühl hast, dass alle das Passwort zum Geheimnis des erfolgreichen Lebens kennen, nur Du weißt es nicht.
Also, wenn Du an diesem Punkt bist, dann lass Dir sagen:
GIB NICHT AUF!
Wenn Du an dem Abgrund stehst, dann nimm Dir Zeit…werde Dir klar darüber, was gerade los ist in Deinem Leben. Mach einen Reality Check, so ehrlich Du kannst. Schau Dir an, wo Du herkommst und ob es wirklich das ist, was Du Dir von Deinem Leben erträumt hast. Frage Dich, was Du wirklich, wirklich willst … und dann, wenn der richtige Moment für Dich gekommen ist, dann spring!  Entweder wirst Du lernen zu fliegen, oder Du lernst, dass das Leben Dich trägt. Und mit großer Wahrscheinlichkeit lehrt das Leben Dich beides.

Das klingt jetzt sehr einfach, ich weiß. Und tatsächlich ist es das auf eine Art auch. Nur steht uns unser kontrollierender Verstand dabei im Weg. Der macht sich Sorgen um Dein Überleben, Sorgen, dass Du fällst und das Leben dann für immer vorbei ist für Dich. Daher must Du erst lernen, diesem Bedenkenträger und Sorgenmacher aus dem Weg zu gehen. Es ist ein Prozess. Er wird Dich bereichern, reifen lassen und weise machen. Es ist das Beste, was Dir passieren konnte, auch wenn es sich jetzt gerade überhaupt nicht so anfühlen mag. Also, wenn sich sowieso alles ändert, dann mach einfach mit und fange an, alles zu ändern.

Ich wünsche mir, dass diese Seiten für Dich & alle hilfreich sein mögen, die den Mut hatten, bis zum Abgrund zu gehen und darüber hinaus.